"Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen"

Johann Wolfgang von Goethe

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Baños und Cuenca: Bericht

Hallo Fangemeinde ;)

Viel Programm und teilweise schlechte Internetverbindungen lassen erst jetzt ein UPDATE unseres Blogs zu!!! 

Nachdem wir im uns im Busterminal das Ticket nach Baños gekauft hatten, stiegen wir in den Bus und sahen dem bunten Treiben von innen zu. Die Fahrt dauerte knapp vier Stunden und so erreichten wir Baños gegen 16:00 Uhr. Vor Ort angekommen machten wir uns sofort auf  in Richtung Hostel. Das „Plantas y Blanco“ sollte es für 4 Tage und 3 Nächte werden. Wir bezogen unser Zimmer mit eigenem Bad. Da das Wetter im Moment super war, beschlossen wir noch in die Stadt zu gehen. Baños ist sehr touristisch! Alles ein bisschen teurer, überall wirst Du angesprochen, egal ob es sich um eine Massage oder einen Ausflug handelt. So langsam verspürten wir dann Hunger und als es auch noch langsam anfing mit Nieselregen gingen wir „einfach“ ins “ROSS“ was folgen haben sollte ;) Es gab „Almuerzo“ was so viel wie Mittagessen bedeutet. Zuerst gab es eine Suppe und anschließend Hühnchen mit Reis. Reis gibt es hier sowieso immer, egal ob Du als Beilage bereits Kartoffeln hast oder nicht. Nachdem der Regen nachließ und wir gesättigt waren (es sollte vorerst das schlechteste Essen auf unserer Tour bleiben) gingen wir in den Supermarkt um Wasser und Obst zu kaufen. Und siehe da, am dortigen Geldautomaten bekam sogar nun ich mal Geld.
Am nächsten Morgen standen wir bereits bei Zeiten auf um im örtlichen Bad einer der ersten zu sein. Als wir um 7 Uhr vor dem Wasserbecken standen war dieses jedoch bereits gut gefüllt. Etliche Familien „paddelten“ im schwefelhaltigen Becken. Nach zwei Stunden gingen wir wieder zurück ins Hostel um zu Frühstücken. Für heute hatten wir eine Wanderung um die halbe Stadt heraus gesucht. Hierfür benötigten wir nur noch eine Stadtkarte. Da die Information im Busterminal wieder bzw. immer noch geschlossen hatte, machten wir uns auf die Suche nach einer weiteren Information im Stadtkern. Nachdem wir die Info und eine Karte gefunden hatten konnte es starten. Voller Tatendrang stapften wir los. Es war so gegen 11:45 Uhr als wir nach knapp dreißig minütigem Treppensteigen endlich an einer Marienstatue ankamen. Bereits hier waren wir gut außer Atem. Hatten wir bis dato auch jeden Einheimischen und Touristen gnadenlos abgehängt. Ab sofort waren wir nun nur noch auf Trampelpfaden unterwegs, drückten Geäst zur Seite und wunderten uns auf welchen Höhen hier noch Kühe grasten. Oben am „La Casa del Arbòl“ angelangt warteten wir vergebens auf die im Gästebuch beschriebene „Gastfreundschaft, nette Bedienung und billiges Bier“; es gab davon schlicht und einfach nichts.


Also gingen wir wieder Bergabwärts, allerdings nicht wieder den selben Pfad hinunter. Nun ging es über eine Asphaltierte Straße hinunter zum „La Cruz“ von wo aus man eine tolle Sicht auf Baños hat. Die Tage zuvor muss es immer wieder stark geregnet haben, denn Teile unserer Abstieges waren mit Erdmassen oder Ästen versperrt.

Heute war Montag, der 26.09.2011. Fahrradtour! Doch zuerst nahmen wir das tolle Angebot des Hostels an. Für 2.75$ begaben wir uns vor dem Frühstück ins Dampfbad. Hierzu setzten wir uns in eine Holzkiste, nur der Kopf schaute raus. Mit einem Regler (40°-80°) im Inneren konnte dann jeder selbst die Temperatur einstellen. Man schwitzte knapp sechs Minuten danach kühlte man den kompletten Körper mit einem kalten Handtuch. Dies wiederholte man dreimal ehe man sich dann noch in ein kaltes Becken legen musste. Nach zwei weiteren schweißtreibenden Gängen, wurden wir mit dem Schlauch und kaltem Wasser abgespritzt. So starteten wir also in unseren Tag. Noch schnell ein leckeres und reichhaltiges Frühstück und ab auf die Fahrräder. Doch unser Fahrradverleih den wir uns am Abend zuvor ausgeschaut hatten, hatte zu. Auch viele andere taten dem gleich. Als wir dann unsere zwei Fahrräder beisammen hatten, starteten wir bei schönem Wetter unsere Tour der Wasserfälle. Leichte Probleme mit meinem Fahrrad untersagten mir anfänglich ein schnelles weiterkommen. Immer wieder kamen wir an Wasserfällen vorbei, wobei es uns der „Diabolo“ am meisten angetan hat. Erst lief man etliche Stufen hinunter um später direkt vor dem Wasserfall zu stehen, bzw. in „Golum“-Haltung noch ein paar Meter weiter, zwischen Felsspalten hindurch zu kriechen um direkt dahinter raus zu kommen. Hier sah man welch eine Kraft das Wasser besaß und welch Massen an Wasser hier hinunter prassten.


Nass bis auf die Haut gingen wir zurück um noch die letzten Kilometer abzustrampeln. Doch durch immer wieder einkehrenden Regen und somit immer nasseren Klamotten beschlossen wir nach 26 Kilometern, dass es dies für heute gewesen sein sollte. Ich stellte mich mit meinen nassen Klamotten und meinem Fahrrad an eine Bushaltestelle und fuhr mit dem nächsten Bus wieder zurück. Philip wollte testen wie weit er es noch zurück schaffen würde und kam -als ich bereits geduscht und gerichtet war- drei Stunden später (die Strecke ging zurück zu 80% bergauf) verfroren aber glücklich ins Zimmer. Als auch er gerichtet war, aßen wir im „Casa Hood“ zu Abend.

Am nächsten Tag, es war 13:50 Uhr, bestiegen wir den Bus nach Cuenca. Da es im Moment jedoch keine Direktverbindung gab, mussten wir in Riobamba nochmals umsteigen. So kam es dass wir erst um 21:45 Uhr in Cuenca am Busbahnhof ankamen. Da der Bahnhof ein wenig außerhalb lag, nahmen wir ein Taxi in die Innenstadt. Kaum hatten wir unser Gepäck ausgeladen und wollten uns mit Hilfe der Stadtkarte orientieren kam „Luis“ auf uns zu und bot uns eine Bleibe in seinem Hostal „Casa Sol“ an. Für 7 $ inkl. Frühstück und WIFI nahmen wir sein Angebot an. Als wir unser Zimmer bezogen merkten wir sofort, hier ist es ein wenig zugig. Am nächsten Tag, bei Tageslicht wurde das Rätsel auch mit einer fehlenden Tür zum Garten neben unserem Zimmer gelöst. Bei Hitze wohl kein Problem…  Zum Frühstück gab es einen Tomatensaft der Baumtomate, dazu eine Tasse Kaffee und für jeden zwei Brötchen mit Butter.
Gestärkt begaben wir uns in Richtung Innenstadt. Viele guterhaltene Häuser aus der Kolonalizeit gab es zu bestaunen, schmale Gehwege und einen Blumenmarkt an der „Neuen Kathedrale“.

Cuencas "Neue Kathedrale"
An sich ist Cuenca viel ruhiger wie Quito, kein hektisches Gehupe auf der Straße, die Ampeln piepen für die Fußgänger wenn diese auf Grün geschaltet sind. Auch werden hier viel weniger Dienste auf der Straße angeboten, keine Kinder welche einem die Schuhe putzen wollten, keine Zeitungsstände an jeder Straßenecke. Viele Gegensätze zum großen Quito. Nach ein wenig Kultur im Museum gingen wir wieder in unsere Bleibe zurück, so groß ist Cuenca nun mal auch nicht. Am Donnerstag ging es dann weiter nach Vilcabamba. Da der Shuttle Service erst um 14 Uhr ging, liefen wir nach dem Frühstück nochmals durch die Stadt und aßen noch einmal ausgiebig in einem Burger Restaurant zu Mittag. Gesättigt setzten wir danach unsere Reise fort und kamen gegen 18:30 Uhr in Vilcabamba an.