Die Tage 8. und 9. September verliefen ohne besondere Erlebnisse, außer dass es an beiden Tagen kurzzeitig regnete als gäbe es kein Morgen mehr. Doch passend zum Unterrichtsende hörte es mit regnen auf und wir gingen an beiden Tagen in die Stadt. Am Donnerstag schauten wir uns; da Philip noch Schuhe benötigte, eine kleine „Schuhstadt“ im Herzen Quitos an. Hier gibt es unzählige Stände mit Schuhen aus aller Welt. Modelle die es bei uns aktuell nicht mehr zu kaufen gibt, aber auch die aktuelle Mode... Schließlich fiel die Wahl auf ein bestimmtes Paar Schuhe und der Kaufhunger war gestillt so dass wir uns im Anbruch der Dunkelheit auf den Heimweg machen konnten.
Am Freitag holte mich Philip wieder von der Schule ab und wir gingen ins Szeneviertel „La Mariscal“ um uns beim Reiseveranstalter für Samstag zu erkundigen ob die Tour bei JEDEM Wetter steigen würde. Dies war der Fall. Da es nun wieder angefangen hatte mit schütten, setzten wir uns in ein Cafè/Bar und tranken erst einmal einen Kaffee. Als sich das Wetter besserte gingen wir zum „Mercado Artesanal“ ein Künstlermarkt mit vielen kleinen Ständen, welche Kleidungs- und Schmuckstücke sowie vieles anderes verkauften. Ohne zählbares Ergebnis verließen wir den Künstlermarkt in Richtung Einkaufscenter um fürs Wochenende vorzusorgen. Wir kauften Kartoffeln, Paprika, Zwiebeln, Zucchini, sowie Wurst, Käse, Brot und Wasser. Zuhause angelangt schnippelten wir erst einmal das Gemüse um am Samstag nach einer hoffentlich geilen Bike Tour nur noch kochen zu müssen.
Samstag, 5:45Uhr, ich schreckte auf und schaute auf mein Handy. Im selben Moment öffnete auch Philip seine Augen. Wir hatten beide ziemlich schlecht geschlafen. Am heutigen Tag ging es mit dem „Biking Dutchman“ runter zum Cotopaxi um vom dortigen Parkplatz am Fuße des noch aktiven Vulkans auf 4.500m, dann nach unten auf ungefähr 3.200m zu radeln. Doch da dank Philip SKYPE wieder funktionierte telefonierte ich erstmals noch mit meiner Freundin in Deutschland, soviel Zeit muss sein. Nach einem Müsli, einer Banane und einem Brot machten wir uns auf zum Treffpunkt in „La Mariscal“. Als wir endlich alle vollzählig waren konnte es mit zwei Jeeps; welche auf dem Dach dank einer Eigenkonstruktion die Fahrräder hatten, losgehen. Wir fuhren eine ganze Weile bis man endlich den Vulkan sah. Da wir super Wetter hatten machten alle nochmals schnell ein Foto, denn das Wetter kann hier sehr schnell umschwenken. Doch dazu später mehr!
| Der Eingang zum "Nationalpark Cotopaxi" |
Als wir den Pass zum Parkplatz hochfuhren merkten wir bereits welch unebener Untergrund uns erwarten würde. Nachdem wir unsere Fahrräder, Fahrradhelme bekommen hatten und den Anweisungen gelauscht hatten, konnte es losgehen. Jeder durfte auf seine Art und Weise den Pass auf der Straße herunter fahren. Durch große Schlaglöcher im Boden war dies nicht immer ganz einfach und schwups hatte es den schon gleich zu Beginn viel zu schnellen Philip gelegt. Eine Sandgrube bremste sein Vorderrad, das Hinterrad ging in die Luft und Philip lag samt Rad neben der Strecke; UNVERLETZT. Sauber machen und weiter geht es. Am vereinbarten Treffpunkt warteten wir bis alle Teilnehmer heil unten angekommen waren und fuhren dann weiter zu einem Fluss in der Nähe des Vulkans um dort zu Mittag zu essen. Der Veranstalter hatte Nudelsalat und einen Vegetarischen Auflauf mitgebracht. Beim Essen erzählte unser Fahrradführer „Francesco“ was es mit diesem Fluss bzw. mit diesem dem Tal in dem wir uns befanden und welches mit unzähligen riesigen Felsbrocken geschmückt war, auf sich hat. Sollte der Vulkan wieder einmal ausbrechen, würde hier wohl wieder die Lava entlang fließen.
| Wo heute friedlich Wasser fließt, könnte sich bald wieder Lava ihren Weg bahnen |
Als alle versorgt und gesättigt waren, fuhren wir mit den Autos an einen nahegelegen See. Von hier aus fuhren wir wieder an unseren Ausgangspunkt den Parkeingang zurück. Gezeichnet, allerdings unter den Top 4 und trocken erreichen wir das Ziel. Einzig unseren österreichischer Zeitgenossen fehlten „verdammte 3 Minuten“, um ebenfalls trockenen Fußes ins Ziel zu kommen. Ob nach vorne oder hinten, war wohl eher die Frage, denn die Nachzügler kamen ebenfalls trocken ins Ziel.
Als wir abends unsere WG erreichten, waren wir Gott froh am Vorabend bereits alles vorbereitet zu haben. Nach dem Essen gingen wir sofort schlafen, denn am Sonntag wartete der „Pichincha“ auf uns.